Flusslandschaft 2010

Finanzkrise

Wenn Banken pleite gehen und ganze Länder den Offenbahrungseid leisten müssen, huscht ein kurzes Erschrecken durch die Welt. Politiker aller Couleur mahnen die Finanzmärkte und fordern strengere Regelwerke, die Spekulationen verhindern sollen. Die Aufregung ist groß, aber wenn sie sich legt, geht alles seinen Gang wie zuvor. Einige nachdenkliche Zeitgenossen protestieren trotz-
dem weiter. Bei einer Demonstration am 13. Mai gehen ehemals in kirchlichen Einrichtungen ge-
quälte Heimkinder auf die Straße, um auf ihr trauriges Schicksal aufmerksam zu machen. Erwin Brandl nutzt die Situation, um auf für ihn Wichtigeres hinzuweisen:

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„Skandale. Sie gehen nicht mehr in die Kirche, aber zur Bank. Sie treten aus der Kirche aus, dem Staat aber bleiben sie treu.“2


1 Foto: Franz Gans

2 Manfred Ach, Scherbenhaufen. Spitzfindiges vom Mönch, München und Wien 2010, 5441.

Überraschung

Jahr: 2010
Bereich: Finanzkrise