Flusslandschaft 2026

Medien

1
Am 21. Mai spricht Fabian Goldmann zum Thema „Stereotype, Selbstzensur und Staatsräson. Deutsche Medien und der Genozid in Gaza“ im Kulturhaus Milbertshofen. Er weist akribisch und faktenbasiert nach, wie die deutschen Mainstream-Medien alles andere tun als „ausgewogen und der Wahrheit verpflichtet“ zu berichten, wie sie von sich selbst behaupten.2

Wer aufmerksam beobachtet, sieht, wie selektive Berichterstattung, Feindbildproduktion und Zensur das Bild vom notwendigen „Verteidigungskrieg“ malen, Aufrüstungspolitik als alternativlos in die Köpfe hämmern und die wahren Interessen dahinter verschleiern. Schon vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs wurden 100 Milliarden €uro für die Aufrüstung gefordert. Noch gab es da nicht genügend Unterstützung in der Mehrheitsgesellschaft. Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge. Aufrüstung erfordert immer einen vielstimmigen Chor, dessen Phrasen sich aus einem Lügengespinst speisen. Heute steht einer der eifrigsten Propagandisten ganz vorne auf der Bühne. Er repräsentiert die Komplizenschaft der Hohen Politik mit den Leitmedien. Regierungssprecher Stefan Kornelius, Mitglied der Lobbygruppen Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und der Atlantik-Brücke, deren Vorsitzender früher der heutige Bundeskanzler Friedrich Merz war, leitete das Ressort Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung und sorgte stets für die entsprechende positive Selbstdarstellung der ethischen Grundierung des transatlantischen, liberal-demokratischen Westens in der NATO.


1 Foto: G. Gerstenberg

2 Fabian Goldmann, Staatsräsonfunk. Deutsche Medien und der Genozid in Gaza, Berlin 2026.

Diesen Artikel zitieren

Medien. In: Protest in München seit 1945. Stand: 19. Juni 2026. URL: https://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/15132 (abgerufen am TT.MM.JJJJ).