Flusslandschaft 1997

Atomkraft

Am 27. Januar findet die Grundsteinlegung für den Atomforschungsreaktor FRM II in Garching im Landkreis München statt. Zeitgleich veranstaltet das Bündnis gegen Atomreaktor Garching, ein Zusammenschluss von 26 Initiativen, eine alternative Begräbnis-Performance.1

Die Stadt München klagt gegen die erste und die zweite Teilerichtungsgenehmigung des FRM II und erreicht zumindest eine Reihe von technischen Verbesserungen, vor allem im Sicherheitsbereich. Die Bürger gegen Atomreaktor Garching e.V. veranstalten das ganze Jahr über Protestversammlungen gegen den FRM II.

Die bislang größte Demo gegen Castor-Transporte nach Gorleben findet am 1. März in Lüneburg mit etwa 25.000 Demonstranten, unter ihnen auch angereiste Münchnerinnen und Münchner, statt.

Die „Arbeitsgemeinschaft ’Forschungsreaktor München II Nie!“ betreibt in Oberschleißheim ein Aktionscamp, mobilisiert auf Informationsveranstaltungen und meldet für den 29. Juni eine Demonstration an.

Am 22. Oktober findet um 13.30 Uhr der Prozess gegen Alfred Fischer, Vorstandsmitglied der Bürger gegen Atomreaktor Garching e.V., im Justizgebäude an der Nymphenburgerstraße 16, Raum A 127 statt. Fischer wird vorgeworfen, zu einer nicht angemeldeten Demonstration aufgerufen zu haben. Alle sind zum Termin anwesend, nur der Richter nicht, der sich wegen Krankheit entschuldigen lässt.


1 Vgl. Mütter Courage. Magazin der Mütter gegen Atomkraft e.V., 1 vom März 1997, 29 f.