Flusslandschaft 2008

Jugend

Eigentlich ist es eine Schande, dass die Münchnerin Olga Benario in Brasilien sogar im Schulun-
terricht vorkommt, während in München kein Mensch von ihr Kenntnis nimmt, keine Straße nach ihr benannt ist, nichts an sie erinnert. Die SchauBurg/Theater der Jugend setzt ihr dafür in einem Stück von Mayra Capovilla und Damaris Nübel ein höchst eindrucksvolles Denkmal. In der im Foyer gezeigten Ausstellung und bei der Premiere am 13. November lernen Zuschauerinnen und Zuschauer eine bemerkenswerte und höchst mutige und engagierte Frau kennen. Olga Benario ist 1908 geboren, befreit in den 20er Jahren in einer spektakulären Aktion ihren Lebensgefährten Otto Braun aus dem Berliner Knast, wird 1934 aus der Sowjetunion mit Luis Carlos Prestes, einem früheren Hauptmann der Brasilianischen Armee, nach Brasilien geschickt, um dort gemeinsam mit ihm die Revolution vorzubereiten. Der Putsch vom 27. November 1935 gegen das diktatorische Regime von Vargas scheitert, und Olga muss mit Prestes untertauchen. 1936 wird sie verhaftet und vom Polizeichef in Rio de Janeiro hochschwanger an die Gestapo ausgeliefert, indem er sie auf ein deutsches Schiff bringen lässt. Der Kapitän verweigert den Transport der Hochschwangeren zu-
nächst, allerdings letztendlich erfolglos. Ihre Tochter kommt im Frauengefängnis Barnimstraße in Berlin zur Welt. Auf internationalen Druck übergibt die Gestapo den Säugling an Olgas Schwieger-
mutter Leocadia Prestes. 1942 wird Olga Benario in der NS Tötungsanstalt Bernburg vergast.

Überraschung

Jahr: 2008
Bereich: Jugend