Flusslandschaft 2026
Internationales
- Venezuela
- Syrien und Kurdistan
- Iran
- Brasilien
- Palästina und Israel
VENEZUELA

3. Januar: In der Nacht zum Samstag nehmen US-Militärs den Staatspräsidenten Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores gefangen und entführen sie in die USA. Dies ist ein klarer Verstoß gegen internationales Recht und das Gewaltverbot der UN-Charta. Die Vorwürfe von Wahlfäl-
schung und die Zweifel an der Legitimität von Maduros Präsidentschaft rechtfertigen keinesfalls den offenen Völkerrechtsbruch der US-Administration. Bleibt eine eindeutige Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft aus, könnte die Intervention in Venezuela weitere Interventionen der USA zur Folge haben. US-Präsident Trump, der naturgemäß die riesigen Erdölvorkommmen in Venezuela vor Augen hat, könnte weitere Regierungen stürzen und die Kontrolle über die Ressour-
cen und Regierungen in verschiedenen Ländern übernehmen, die sich nicht seiner Linie unterwer-
fen. Es besteht zudem die Gefahr, dass andere Staaten diesem Beispiel folgen. Ehepaar Maduro soll in New York vor Gericht gestellt werden, unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterroris-
mus“. 400 Menschen protestieren bei Eiseskälte am 4. Januar auf dem Odeonsplatz und ziehen im Anschluß an die Kundgebung zum US-amerikanischen Generalkonsulat.1 Am Mittwoch, 7. Januar, findet eine weitere Kundgebung unter dem Motto „La solidaridad es nuestra fuerza“ um 18 Uhr auf dem Marienplatz statt.
SYRIEN und KURDISTAN

13 Monate nach dem Sturz von Diktator Assad rücken syrische Regierungstruppen und von der Türkei unterstützte islamistische Milizen vor, zehntausende Kurdinnen und Kurden und die Syri-
schen Demokratischen Kräfte (SDF) fliehen aus Scheich Maksoud und Aschrafija, zwei Vierteln im Norden der Großstadt Aleppo, sowie aus dem östlichen Umland von Aleppo. Die Stadt könnte Vorbild eines multiethnischen und multireligiösen Gemeinwesens in Syrien sein und Rojava, die Selbstverwaltung Nordostsyriens ist existentiell bedroht. Druck von außen gibt es nicht – die westlichen Regierungen stellen »Stabilität« über eine demokratische Entwicklung und echten Frieden in Syrien.Es kommt zu weiteren Angriffen gegen kurdisch kontrollierte Städte im Norden und Osten des Landes.
20. Januar: Die Kämpfe dauern an; etwa 1.500 gefangenen Mitgliedern des Islamischen Staats (IS) gelingt währenddessen die Flucht.
Mehrere AktivistInnen besetzen am Donnerstag, 22. Januar, die Zentrale der Bayern-SPD am Oberanger, um gegen das Schweigen der deutschen Regierung zu den Massakern in Rojava zu protestieren. Einige der 20 Personen im Alter von 18 bis 57 Jahren – darunter sieben Frauen und 13 Männer – werden von der Polizei aus dem Gebäude getragen werden. Daraufhin kommt es zu einer spontanen Kundgebung und Demonstration von etwa 100 Kurdinnen und Kurden sowie ihren deutschen Unterstützern.

IRAN
Ende des vergangenen Jahrs beginnen Massenproteste mit Hunderttausenden Menschen in ver-
schiedenen Städten. Die Demonstrierenden fordern abgesehen von einer anderen Wirtschaftspoli-
tik auch den Rücktritt von Ali Chamenei und ein Ende des Mullah-Regimes. Regierungstruppen und Revolutionsgarden schlagen los. Zum Jahreswechsel kommt es zu ersten Toten. Bis Mitte Januar sind es Tausende. Am 18. Januar fordern 300 Iranerinnen und Iraner auf dem Odeonsplatz von der Politik ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit dem iranischen Widerstand.
BRASILIEN
Brumadinho, 25. Januar 2019: Ein Dammbruch, 272 Tote, deutsche Mitverantwortung – und bis heute keine Gerechtigkeit. Am Samstag, 24. Januar 2026, befindet sich die Mahnwache „7 Jahre Straflosigkeit“ von 12 bis 14 Uhr auf dem Rindermarkt.
PALÄSTINA und ISRAEL
Rihm Hamdan hat „From the River to the Sea“ bei einer Kundgebung im letzten Jahr zitiert. Die Berufungsverhandlung findet am 6. Februar um 10 Uhr im Amtsgericht München, Nymphenbur-
ger Straße 16, 1. Stock, Sitzungssaal B 162, statt. Schon um 9 Uhr beginnt eine Kundgebung vor dem Gebäude.
1 Siehe die Bilder der Kundgebung „Nein zur Intervention – Venezuela ist nicht allein“ von Günther Gerstenberg.