Flusslandschaft 1997

Fußball

„Gehns, Leichtathletiker turna doch net in oana Fußballarena umanand und Kicker spuin doch net in am Stadion, wos über Stangerl hupfn oder Speere werfn! Wo gibts denn sowas!?“ Die FC Bay-
ern
-Bosse meinen, ihr Verein brauche ein eigenes Stadion. Die Volksseele kocht. Bei Befürwortern und Gegnern schwellen die Zornesadern. Besonders dann, wenn’s grob ironisch wird: „Es ist ver-
ständlich, daß die Klubführung nun auf Maßnahmen sinnt, das Publikum trotz schlechter Leistun-
gen weiterhin an den Verein zu binden. Eine eigene Fußballarena mit fahrbarem Stadiondach ist ein Schritt in die richtige Richtung, damit der Besuch nicht auch noch durch schlechtes Wetter versaut wird. Besser noch wären klimatisierte Einzelsitze mit eigenem Fernsehprogramm, damit sich die Kundschaft vom Gebolze nach Belieben ablenken kann. Ein eigener FCB-Stadion-Super-
markt würde es ermöglichen, daß man bequem während des Spiels den Bedarf fürs Wochenende decken kann. VIP-Gäste könnten mit ihrem Privatjet auf dem vereinseigenen Flugplatz landen. Ein FCB-Friseursalon, eine Filiale der FCB-Bank, ein FCB-Handyshop und ein FCB-Baumarkt würden dem neuen Stadion völlige Autarkie garantieren. Bei entsprechender Akzeptanz wäre sogar eine vöIlige Einstellung des Spielbetriebs möglich. Frank Sommer, 82166 Gräfelfing“1


1 Süddeutsche Zeitung 235 vom 13. Oktober 1997, 39.

Überraschung

Jahr: 1997
Bereich: Fußball