Flusslandschaft 2004

Frieden/Abrüstung

„Manchmal müssen wir Soldaten einsetzen, um unserer Verantwortung für diese eine Welt gerecht zu werden“, verkündet Gerd Schröder in der Kanzler-Femseh-Neujahrsansprache.

Freitag, 9. Januar, bis Sonntag 11. Januar: „Antikapitalismus globalisieren – gegen die Kriegspo-
litik von NATO, Militärmacht EU und USA“ Antikriegskongress in München im DGB-Haus an der Schwanthalerstraße 64, Veranstalter: Michael Wendl/ver.di bayern, Deutsche JournalistInnen-
union
(dju) in ver.di München, Ökumenisches Büro, Bayerischer Flüchtlingsrat, BUKO u.a. Die Auftaktveranstaltung „Krieg nach außen – Krieg nach innen“ ist am Freitag ab 19.30 Uhr, ab Samstag gibt es Foren mit ReferentInnen zu folgenden Themen: Militärmacht EU und die Milita-
risierung der deutschen Politik (Forum 1), Neoliberale Globalisierung und ihre militärische Absi-
cherung (Forum 2), Lager/Grenzen/Flüchtlinge (Forum 3), Militarisierung und Patriarchat (Fo-
rum 4), Kriegsverbrechen & Menschenrechte (Forum 5), Der Kampf um die Köpfe – Krieg und Medienbilder (Forum 6). Sonntag findet von 12.30 Uhr bis 14 Uhr das Abschlusspodium statt.

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Ostermarsch 2004: „Abrüstung statt Sozialabbau – Für Frieden und eine gerechte, soziale Welt-
ordnung – Nein zum Krieg – Für ein soziales Europa – keine EU-Militärmacht“. Am Samstag, dem 10. April, findet um 10.30 Uhr die Auftaktkundgebung auf dem Orleansplatz beim Ostbahnhof statt. Rednerin: Dr. Jeffrey Schevitz. Um 11.15 Uhr startet die Demonstration zum Marienplatz. Auf der Hauptkundgebung auf dem Marienplatz (ab 12.15 Uhr) spricht Dr. Peter Strutynski aus Kassel, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag und der GEW-Landesvorsitzende Georg Wies-
maier. Bis 15 Uhr geht es weiter mit einem bunten Programm: Willie-le-Truc, Weltmusik, Kombi-
nat-HipHop
und die Truderinger Frauen für Frieden und Abrüstung mit Straßentheater – Info-
markt.

12. April „Ostermarsch draußen“: Wanderung von Iffeldorf bei den Osterseen nach Penzberg zum Gedenken an die „Penzberger Mordnacht“ vom 28. April 1945

In Istanbul tagt der NATO-Gipfel. Dies ist der Anlass einer Demonstration am 26. Juni, die vor al-
lem die Rüstungsindustrie in München thematisiert.2

Mittwoch, 1. September, 16 Uhr: Antikriegstag. Mahnwache und um 17 Uhr Kundgebung am Sta-
chus. Es sprechen Irmgard Heilberger (Internationale FrauenligaIFFF), Jürgen Elsässer, Sophia Deeg (Friedensaktion Palästina und Conrad Schuhler (Vorsitzender des isw).3

Die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda:
1. Wir wollen keinen Krieg: Die Kriegsparteien betonen, dass sie gezwungen sind zu kämpfen.
2. Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg: Die Propaganda stellt den Gegner als den alleinigen Übeltäter dar.
3. Der Feind hat dämonische Züge: Der Gegner wird als unmenschlich oder böse dargestellt.
4. Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele: Die eigenen Motive werden als altruistisch dargestellt.
5. Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten: Die eigenen Fehler werden als unabsichtlich dargestellt.
6. Der Feind verwendet unerlaubte Waffen: Die eigene Kriegsführung wird als legitim dargestellt.
7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm: Die eigene Seite wird als überlegen dargestellt.
8. Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt: Die Unterstützung durch die Gesellschaft wird betont.
9. Unsere Mission ist heilig: Der Krieg wird als moralisch gerechtfertigt dargestellt.
10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter: Kritiker werden stigmatisiert und zum Schweigen gebracht.4

(zuletzt geändert am 18.3.2026)


1 Grafik: Bernd Bücking. In: Bernd Bücking/Fred Schmid, Wegweiser durch den Reform-Dschungel, Grafikdienst Nr. 19, Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung München, Februar 2004, 24.

2 Siehe „Von der Isar an den Bosporus“.

3 Siehe www.muenchner-friedensbuendnis.de/aktuelles/A04/flugblatt_fb_antikriegstag_04.pdf.

4 Siehe Anne Morelli, Die Prinzipien der Kriegspropaganda, Springe 2004.