Flusslandschaft 2004

Umwelt

24. Mai: In ihrem «Aufruf aus Paris» warnen WissenschaftlerInnen, die sich im Rahmen der internationalen UNESCO-Veranstaltung „Krebs, Umwelt und Gesellschaft“ versammeln, die Öffentlichkeit vor den Gefahren der chemischen Umweltverschmutzung, die das vermehrte Auftreten von Krebserkrankungen hervorruft. Zudem sind in Europa 15 Prozent der Paare unfruchtbar, eins von 7 europäischen Kindern leidet unter Asthma. Gefordert wird das Verbot von Chemikalien, die Luft, Wasser und Nahrungsmittel verschmutzen. Das Programm „REACH“ (Registration, Evaluation, Autorisation of Chemicals) soll Kontrolle, Prüfung und Regulierung bei der Vermarktung von Chemikalien realisieren.1 Der hervorragend ausgestattete Lobbyismus der Chemieindustrie neutralisiert in den folgenden Jahren das europäische Programm. Obwohl unzählige Studien die schädlichen Wirkungen von Phthalaten, Pestiziden und weiteren Stoffen belegen, ringt sich die Europäische Kommission nicht zu einschneidenden Maßnahmen durch.2 Auch 2014 finden vielfältige Phthalate als Weichmacher vor allem in Kunststoffen und sogar in Medikamenten immer noch Verwendung.

Im Juli gründen in Unterschleißheim über hundert VertreterInnen von Bürgerinitiativen, Parteien, Gruppen und der Unterschleißheimer CSU eine Dachorganisation unter dem Namen Aktionsbündnis gegen den Transrapid.


1 Siehe www.bcaction.de/bcaction/paris-aufruf-2004/

2 Mehr dazu in „Bursting the Brussels Bubble – the battle to expose corporate lobbying at the heart of the EU“, herausgegeben von der „Initiative für Lobbying Transparency and Ethics Regulation in Europa“. Siehe www.alter-eu.org/

Überraschung

Jahr: 2004
Bereich: Umwelt