Flusslandschaft 1975
Bundeswehr
Hans S., 1974 bis Anfang 1975 ehrenamtlicher Beisitzer an sieben Verhandlungen von Prüfungs-
ausschüssen für Kriegsdienstverweigerer schreibt in einem Leserbrief an die Süddeutsche Zei-
tung: »Die meisten Vorsitzenden, die ich kennengelernt habe, setzen sich mit einer Arroganz, die nur mit Dummheit oder Unkenntnis der menschlichen Psyche begründet werden kann, über die Gefühle der jugendlichen Antragsteller hinweg.«1 Der Strafbefehl für diese »Beleidigung« beläuft sich auf 1.500 DM. In der Revision wird die Strafe im Oktober auf 1.200 DM herabgesetzt.
Sigi Malaj und Ronald Dathe haben keine Lust, zu marschieren, blöd angebrüllt zu werden und mit Schießprügeln zu üben. Sie verweigern den Kriegsdienst und kommen dafür in den Bau. Die Deut-
sche Friedensgesellschaft — Internationale der Kriegsdienstgegner e.V. unterstützt Kriegsdienst-
verweigerer und fordert die Abschaffung des fragwürdigen Anerkennungsverfahrens.2
1 Zit. in: Süddeutsche Zeitung 245 vom 24. Oktober 1975.
2 Siehe https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=043, 6 f.