Flusslandschaft 2011

Frauen

„Liebe Frauen, ob Ihr es glaubt oder nicht, aber wir haben es geschafft: am Faschingsdienstag wird vor dem traditionellen Tanz der Marktfrauen auf dem Münchner Viktualienmarkt ein Weiberlied erklingen. WIR werden das selbst singen! Ein umgedichtetes Schnadahüpfl, zu Anlass (100 Jahre Frauentag) und Stimmung (Fasching) passend, mit Refrain zum Mitsingen für Tausende! Wie das über Wochen hin und hergegangen ist, schildere ich jetzt nicht. Am Schluss standen wir – vier Unermüdliche – mit der Marktfrauencrew im Keller des Viktualienmarkt-Pschorr und haben aus Leibeskräften und mit viel Gelächter Holladihi geschmettert. DESHALB: Alle, die auch gern singen, sind jetzt eingeladen, die CD für diesen wohl durchaus einmaligen Auftritt mitzuprodu-
zieren. Wer das Treiben auf dem Viktualienmarkt kennt, wird erkennen, dass fünf, zehn oder auch zwanzig Frauenstimmen mit nichts durchkommen würden. Daher produziert der Tanzmeister eine CD, die uns dann sozusagen den Stimmrücken stärkt, also Playback mit O-Ton. Diese Aufnahme findet am kommenden Donnerstag, den 17. Februar ab 20.30 Uhr im Verein für Fraueninteressen statt, Thierschstraße 17, 1. Stock. Gleich beim Isartor. Kommt und singt mit! Am Faschingsdienstag gibt es dann auch noch eine weitere Aktion – das erfahrt Ihr, wenn Ihr am Donnerstag kommt. Wir erheben die Stimmen – mit guter Laune und wunderbar bayrisch-frechen Texten. Viele Grüße – Ulrike Budde“1

„100 Jahre Frauentag – 100 Jahre Kampf um den Frieden“: Am Samstag, 19. März, versammeln sich um 11 Uhr die KundgebungsteilnehmerInnen auf dem Stachus; es spielt „Irmis Leidenschaft“. Um 13 Uhr beginnt die Demonstration Richtung Schwanthaler Höh’. Auf einem Transparent heißt es: „Rechte werden erkämpft und nicht geschenkt!“ Um 14 Uhr treffen sich alle in der Kongress-
halle der Alten Messe München auf der Schwanthaler Höhe.2

Beim Slutwalk gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und Vergewalti-
gungsverharmlosungen am 13. August heißt es: „NEIN heißt NEIN!“ Etwa vierhundert Münch-
nerinnen und Münchner gehen um 15.30 Uhr am Goetheplatz los und ziehen über den Beetho-
venplatz, die Sonnenstraße und den Sendlinger-Tor-Platz zum Marienplatz. Eigentlich dürfte jedem Zeitgenossen klar sein, worum es hier geht. Trotzdem sehen sich einige sabbernde Voyeure nicht daran gehindert, mit ihren opulenten Teleobjektiven vor den hochauflösenden Digitalkame-
ras „scharfe“ Schnappschüsse für ihre Privatsammlung anzufertigen. Und kurz bevor die Demon-
stration auf den Marienplatz einbiegt, meint lautstark ein gwamperter Tourist aus dem Fränki-
schen: „Wanns ned midde Ausländer rummache dädn, de deudschen Fraun, häds de Brobleme ned.“3

Wenn Frauen bedroht werden und Hilfe brauchen: Jeden Tag bis 24 Uhr ist auch an Feiertagen der Frauennotruf 089/763737 zu erreichen. Die Mitarbeiterinnen im Frauennotruf zeigen Möglichkei-
ten auf, unterstützen und begleiten. In der Notfallambulanz der Rechtsmedizin kann sich jede Frau kostenlos untersuchen lassen. — Aktionstag „Nein zur Gewalt an Frauen“ am Freitag, den 25. November, von 13 Uhr bis 15.30: Kundgebung mit viel Lärm (Kochtöpfe und Kochlöffel) auf dem Odeonsplatz mit der Sambagruppe „Sole Luna“ und Ansprachen von Bürgermeisterin Strobl, Frauenbeauftragtr Lydia Dietrich … Abends um 19 Uhr gibts im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof ein Frauenfest mit Djane Eleni.4

Das seit über zwanzig Jahren tätige Selbsthilfezentrum in der Westendstraße 68 im Westend vernetzt Initiativen und Gruppen. Zur Zeit aktive Projekte findest Du unter www.shz-muenchen.de, hier: „Gruppen“, hier: „Frauen und Mädchen“. — 1894 als Zentrum der Münchner Frauenbewegung gegründet ist der Verein für Fraueninteressen immer noch quicklebendig: www.fraueninteressen.de, Tel.: 290 44 63.


1 Rundemail von Karin Sommer am 15. Februar 2011.

2 Siehe „19. märz“ von Andrea Naica-Loebell.

3 Siehe www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2011/08/11/487/ sowie „13. august“.

4 Siehe die Fotos in www.salamandra.de/tagebuch/start.php?page=4&entries=5.

Überraschung

Jahr: 2011
Bereich: Frauen