Flusslandschaft 1955

KPD

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Aufkleber

Samstag, 19.Februar, Kongresshalle im Ausstellungspark: „Zwei Völker – ein Kampf, Internatio-
nale Kundgebung“ Es sprechen: Marie Claude Vaillant-Couturier, Abgeordnete der franz. Natio-
nalversammlung, Vizepräsidentin der Internationale der Deportierten-Frauen und Willi Mohn, Düsseldorf, zum Thema: „Gegen Ratifizierung der Pariser Verträge, für Wiedervereinigung Deutschlands, für kollektive Sicherheit in Europa“2

Während einer Beratung einer gemeinsamen Delegation von Vertretern der „Nationalen Front der DDR“ und des „Westdeutschen Arbeitsausschusses der Nationalen Front zur Viermächte-Konfe-
renz in Genf“, bestehend aus einem Sozialdemokraten, einem Pfarrer, einem Betriebsrat und dem Münchner Kommunisten Hans Schneider (27. März 1919 – 4. April 2010), wird Letzterer am 17. Juli verhaftet. Der „Westdeutsche Arbeitsausschuss“ fordert ein wiedervereinigtes Deutschland durch freie Wahlen, Abschaffung einer Armee, die in Paktsysteme integriert ist, keine Atomwaffen auf deutschem Boden und Abzug der Besatzungstruppen. Nach 15 Monaten U-Haft erfolgt die An-
klage gegen Schneider wegen Rädelsführerschaft in einer verfassungsfeindlichen Organisation, die den Bestand der Ordnung der Bundesrepublik gefährde und wegen Landfriedensbruchs. Urteil: Eineinhalb Jahre Haft und zwei Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

Freitag, 18. November, Lindengarten: Ein Mitglied der Landesleitung spricht über „Genf und seine Auswirkungen“.3

Am 29. November hebt die Polizei die außerordentliche Tagung der KPD-Kreisorganisation aus und beschlagnahmt eine Kopie des DEFA-Films „Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse“.


1 Privatsammlung

2 Plakat: Pol.Dir. 17821, Staatsarchiv München

3 A.a.O.

Überraschung

Jahr: 1955
Bereich: KPD