Flusslandschaft 1952

Kunst/Kultur

LITERATUR

1950 wählte der 1933 emigrierte Leonhard Frank, Autor von „Der Mensch ist gut“ und „Das Ochsenfurter Männerquartett“, München zu seinem neuen Wohnort. Im Mai 1952 beendet er hier seinen autobiographischen Roman „Links wo das Herz ist“. Sein alter ego Michael Vierkant beschließt die Geschichte seines Lebens mit einer Vision: „… Er glaubt, dass unter der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, dieser geschichtlichen Phase unermesslicher materieller Bereicherung der Industrieländer, die Verselbständigung der guten Eigenschaften des Menschen, des reichen sowohl wie des armen, nicht möglich ist. Es spricht für den Menschen, dass er unter der Wirtschaftsordnung extremster Ungleichheit noch so menschlich ist, wie er ist … Er glaubt, dass die Haben-haben-haben-Wirtschaftsordnung auch ohne Atomkrieg im Jahre 2000 abgelöst sein wird durch die sozialistische Wirtschaftsordnung. Er glaubt, dass die Kindeskinder unserer Kinder glücklicher sein dürfen, als es uns verstattet war …“1

In einer Zeit, in der Antikommunismus, Remilitarisierung und Systemkonfrontation zunehmen, erscheint das Buch „Kirschen der Freiheit“ des in München geborenen Alfred Andersch, in dem der Autor seine Desertion an der italienischen Front beschreibt.


1 Leonhard Frank, Links wo das Herz ist, München 1963, 176.

Überraschung

Jahr: 1952
Bereich: Kunst/Kultur