Flusslandschaft 1977
Knast
Wer in St. Adelheim einsitzt oder sonstwo gesiebte Luft schnuppert, freut sich über jedes Naturer-
lebnis vor allem, wenn alle zwei Wochen ein Blatt eintrudelt. Ist dieses auch noch eine „Stadtzei-
tung für München“, geschieht es des öfteren, dass dieselbe nicht ausgehändigt, sondern „zur Habe genommen wird“. Wer nun dies entscheidet, kann auch bedauert werden.1 Ähnlich bedauernswert ist Staatsanwalt Ernst, der einiges lesen muss und häufig »bedenklich« notiert, was nicht bedeutet, dass darüber länger nachgedacht werden soll.2
Drohen Aufstände wie in der Attica Correctional Facility vor sechs Jahren? Kann es sein, dass es in bundesdeutschen Knästen zu Revolten kommt? Diese sogenannte „Stadtzeitung für München“, die Gefangene abonniert haben, gefährdet das „Vollzugsziel“ in erheblicher Weise. Ärger über Ärger!3
Gefängnis soll bestrafen und zugleich der Resozialisierung dienen. Das kann so nicht funktionie-
ren. Fridolin Zorn und Armin Witt, der Herausgeber des Bayrischen Informationsdienstes, be-
richten aus eigener Erfahrung.4
Peter Schult sitzt in Untersuchungshaft und konstatiert, dass zwischen dem hehren Anspruch der Vorschriften und der nackten Wirklichkeit Unterschiede bestehen.5
1 Siehe https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=086, 13 f.
2 Siehe https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=088, 9.
3 Siehe
- https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=088, 10 und
- https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=091, 15.
4 Siehe
- „Nicht alles, was grün ist, ist auch natürlich“ von Fridolin Zorn und
- „Sex im Knast“ von Armin Witt.
5 Siehe „würdig, gerecht, menschlich“ von Peter Schult.