Materialien 1987

Zu böser Letzt

Schwarzes aus Ottobrunn – Hut hoch!

Venske: Rainer, du wohnst doch hier. Stimmt es eigentlich, dass in Ottobrunn die Kulturpolitik von Pfaffen bestimmt wird?
Basedow: Vom Pfarrer, bitteschön. Ja, kann man so sagen.
Venske: Wenn ich so was höre, geht mir immer der Hut hoch.
Basedow: Hochhuth. In Ottobrunn ist manches umgedreht.
Venske: Stimmt es eigentlich auch, dass hier die höchste Akademikerdichte in der BRD herrscht?
Basedow: Ach, davon merkt man nichts.
Venske: Lassen diese Akademiker denn zu, dass so ein klerikaler Zwergfaschist …
Basedow: Sag so was nicht, sonst kommt der Stähler-May und verbietet dich.
Venske: Wer ist das?
Basedow: Der Bürgermeister.
Venske: Auch Akademiker?
Basedow: Sicher, Doktor.
Venske: Und, das merkt man auch nicht …?
Basedow: Lass mal gut sein, die Akademiker akzeptieren den Herrn Pfarrer jedenfalls als Stellvertreter.
Venske: Wen vertritt der denn stell?
Basedow: Unser Pfarrer Siebenhärl vertritt Sitte und Anstand.
Venske: Höchste Zeit, dass die beiden wiederkommen. Ist der Pfarrer denn der einzige, der hier als Vertreter arbeitet?
Basedow: Nein, natürlich nicht. Die Akademiker hier sind alle fromme Diener Gottes.
Venske: Unmöglich.
Basedow: Wieso?
Venske: Dann wäre die Christlich-Soziale Union hier nicht so mächtig.

Henning Venske


Freidenkerinfo. DFV Ortsgruppe München vom Januar/April 1988, 32.

Überraschung

Jahr: 1987
Bereich: Religion

Referenzen