Flusslandschaft 1966

Kunstakademie

An der Münchner Akademie der Bildenden Künste, Akademiestraße 2 – 4, lehrt Prof. Hermann Kaspar. „Im Chris-Verlag (München 23, Ursulastraße 10) erschien Anfang Mai eine von tendenzen-Mitherausgeber Reinhard Müller-Mehlis zusammengestellte Dokumentation ‚Der Fall Hermann Kaspar’. Kaspar, der ‚Meister des Hakenkreuzmäanders’, Vizepräsident der Münchner Akademien der bildenden und der Schönen Künste, oftmals Juror und Gutachter (siehe ‚Der obszöne Figaro’, Sonderpublikation der Humanistischen Union) stattete Hitlers Neue Reichskanzlei mit zahlreichen monumentalen Mosaiken, Intarsien und Malereien aus, schmückte den Kongreßsaal des Deutschen Museums mit ‚arkadischen’ Neue-Zeit-Figurationen und war mit Richard Knecht Gesamtgestalter der beiden Kitschfestzüge zum ‚Tag der Deutschen Kunst’ in München 1937 und 1938 (siehe Abb. tendenzen 17/18). Kaspars Entwurf zum Staatsgeschenk eines 30 qm großen Gobelins für die neuerbaute Nürnberger Meistersingerhalle wurde von der SPD-Mehrheit des Nürnberger Stadtrates nach Veröffentlichungen im ‚8-Uhr-Blatt’ abgelehnt. In einem Gerichtstermin wegen Antrags auf Einstweilige Verfügung gegen die Dokumentation versuchte Kaspar geltend zu machen, er sei Akademieprofessor schließlich nicht als Nachfolger Karl Caspars geworden und er habe sich nicht mitschuldig gemacht an der Säuberungsaktion ‚Entartete Kunst’. Man einigte sich auf die Herausgabe einer Gegenerklärung.“1


1 tendenzen. Zeitschrift für engagierte Kunst 39 vom August 1966, 130.

Überraschung

Jahr: 1966
Bereich: Kunstakademie

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