Flusslandschaft 1954

Internationales

USA und GUATEMALA

Der 1944 gewählte Präsident Juan José Arévalo begann in Guatemala mit sozialen und demokrati-
schen Reformen, die seit 1950 sein Nachfolger Jacobo Arbenz Guzmán fortsetzte. 1954 bestreiken in Mittelamerika 25.000 ArbeiterInnen die Bananenplantagen der US-amerikanischen United Fruit Company (UFCO), die die einflussreichste politische Macht in der Region bildet und in der Vergangenheit gute Verbindungen zu den lokalen Diktaturen in Mittelamerika pflegte. Unter maßgeblicher Mitwirkung des US-Außenministers und Aktionärs der UFCO John Foster Dulles stürzt im Juni eine Söldnerarmee des CIA unter Castillo Armas die Regierung Arbenz. Unter der Diktatur Armas werden Reformen rückgängig gemacht und demokratische Organisationen verbo-
ten, 140.000 Indios werden umgebracht oder verschwinden spurlos. Jetzt kann die UFCO wieder die gesamte Bananenausfuhr kontrollieren.1

VR CHINA und Taiwan

Anfang September 1954 beginnt die „Formosa-Krise“ in der Straße von Taiwan. Die Friedensbe-
wegung befürchtet, Kämpfe zwischen der Volksrepublik China und der Republik China um Inseln in der Straße von Taiwan könnten zu internationalen Konflikten führen, in denen die USA eine ähnliche Rolle wie im Korea-Krieg spielen. Eine Protestversammlung, die für den 15. September
in der Westendhalle an der Ecke Ganghofer-/Westendstraße geplant ist, wird verboten.

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1 Siehe dazu www.de.wikipedia.org/wiki/Operation_PBSUCCESS#Urspr.C3.BCnge_und_Hintergr.C3.BCnde_der_Operation.

2 Archiv der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, München

Überraschung

Jahr: 1954
Bereich: Internationales