Flusslandschaft 1947

SchülerInnen

Die US-amerikanische Besatzungsmacht fordert im Rahmen der Reeducation grundlegende Änderungen im Schulwesen: Gleiche Erziehungsmöglichkeiten für alle; Schulgeldfreiheit an allen öffentlichen Schulen und Zuschuss für Lehrmittel und Unterhaltungskosten; allgemeine Schul-
pflicht vom sechsten bis fünfzehnten und auf der höheren Schule vom sechzehnten bis achtzehn-
ten Lebensjahr, wobei der Übertritt von der Volksschule zur höheren Schule nach der sechsten Volksschulklasse erfolgen soll; keine Überschneidung von Volks- und höheren Schulen, sondern nur aufeinander folgende Stufen der Ausbildung, eine differenzierte Einheitsschule sowie Lehrer-
ausbildung auf Universitätsniveau. Im März weist die Militärregierung das bayrische Kultusmini-
sterium auf, bis zum 1. April einen Schulreformplan vorzulegen. Minister Dr. Dr. Alois Hundham-
mer will vor allem eine Erziehung des Volkes im Geiste des Christentums und der abendländischen Kultur. Von Chancengleichheit hält er wenig. Jeder solle auf seinen Platz, meint er, Volk in die Volksschule, Elite ins Gymnasium! Die Militärregierung lehnt seinen Entwurf als zu konservativ ab und fordert eine Neuvorlage bis zum Herbst. Hundhammer aber beharrt auf vier Grundschuljah-
ren und lehnt weiterhin die Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer auf Hochschulgrundlage ab. Erneut lehnt die Militärregierung den Entwurf ab und verlangt eine Wiedervorlage für Februar 1948. – Otto Graf wundert sich. So ein Kultusminister müsste eigentlich den Hut nehmen.1 Siehe auch „CSU“.


1 Siehe „Hundhammer bleibt“ von Otto Graf.

Überraschung

Jahr: 1947
Bereich: SchülerInnen