Flusslandschaft 1975

SchülerInnen

„Um den Mangel an Mathematiklehrern nicht weiter zu vergrößern, sollte man Schülerinnen möglichst vom Mathematikunterricht fernhalten.“1

Bei der außerordentlichen Bürgerversammlung des 27. Stadtbezirks am 27. Februar beklagen 19 DikussionsrednerInnen beinahe übereinstimmend die desolate Lage der Schulen im Münchner Norden: „Die Sonderschüler werden immer mehr (bis zu 60 mal höher als der Münchner Durchschnitt). 5.500 Plätze an weiterführenden Schulen fehlen. Die weiterführenden Schulen, die von den Kindern unseres Stadtteils besucht werden, sind so stark überfüllt, dass sie zum Teil 100 Prozent Schichtunterricht haben. Den 1.200 Plätzen an weiterführenden Schulen stehen 6.000 Anwärter gegenüber. Diese Zahl wird sich durch den Bevölkerungszuwachs bereits in wenigen Jahren auf ca. 10.000 erhöhen. Überzeugend wies in der Diskussion eine Münchnerin auf die schlimmen Folgen der unzureichenden Schulausbildung hin. Sie führte unter anderem aus: Ungenügende Bildung für unsere Kinder bedeutet für sie in Zukunft, dass sie überhaupt keine Lehrstellen mehr bekommen und im künftigen Arbeits- und Berufsleben keinerlei Chancen mehr haben. Sie beschwor die Stadt, endlich mit dem Bau eines Schulzentrums zu beginnen. OB Kronawitter, der Stadtrat, das bayrische CSU-Kultusministerium und die Bundesregierung wurden immer wieder heftig angegriffen …“2


1 Bayerisches Ministerialblatt 1974, zit. in Kleine Zeitung für großen Landkreis. Informationen und Kommentare zur Politik. Zeitung der DKP – Landkreis Fürstenfeldbruck 3/1975, 8.

2 Hasen-Pfeffer. Stadtteilzeitung der DKP für Arbeiter und Angestellte der Siedlung im Hasenbergl vom April 1975, 1 f.

Überraschung

Jahr: 1975
Bereich: SchülerInnen