Flusslandschaft 1973

Lebensart

Am 28. Februar spricht sich der ADAC gegen eine Mineralsteuer-Erhöhung aus.1 – Am 5. März protestiert die Verkehrswacht gegen Belästigung von Verkehrsteilnehmern durch Demonstrationen.2 – Im Herbst kommt es zu einer weltweiten Ölkrise auf Grund der massiven Erhöhung der Erdölpreise durch die OPEC-Staaten. Die Bundesregierung beschließt für den 25. November das erste Sonntagsfahrverbot. Nur wer eine Ausnahmeerlaubnis erhält, darf mit seinem Kfz fahren.

Freizeitreiter sprechen sich am 2. November gegen Einschränkungen des Reitens in freier Natur aus.3

Am 8. November öffnet das „Schwabylon“ (Investitionskosten 200 Millionen Mark für 370.000 cbm) in der Leopoldstraße seine Tore, ein futuristisch anmutender Komplex, der Wohnen, Shopping und Freizeit in einem anzubieten scheint. Etwa hundert Geschäfte sollen eröffnet werden. Aber das Konzept geht nicht auf, die Mieten sind zu hoch, das Publikum bleibt aus. Anfang Oktober 1974 haben nur noch sieben Geschäfte geöffnet. Der große Reibach wird abgesagt. Zur Krise im Wohnungs- und Städtebau veröffentlicht Werner Marschall einen Grundsatzartikel.4 1978 wird bekannt, dass der Abbruch des „Schwabylon“ etwa zwei Millionen Mark kosten wird.


1 Vgl. Münchner Merkur 49/1973.

2 Vgl. Süddeutsche Zeitung 53/1973.

3 Siehe Kaisers „Amtsschimmel gegen Pferde“ ; vgl. Süddeutsche Zeitung 254/1973.

4 Vgl. Werner Marschall, Die große Hure Schwabylon, in: tendenzen. Zeitschrift für engagierte Kunst 99 vom Januar/Februar 1975, 4 ff.

Überraschung

Jahr: 1973
Bereich: Lebensart

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