Flusslandschaft 1975

Alternative Szene

1
Nix gwieß woas ma ned!

Die Arbeitersache zieht von der Knorrstraße in die Nitzschestraße 7b in Milbertshofen um. Hier entsteht das für Jahre in München einzige selbstverwaltete Milbertshofener Stadtteilzentrum (MILB).2

Anatol meint, die alternative Subkultur befinde sich nicht mehr in einem Ghetto. Sie habe Grenzen überwunden und strahle jetzt auch in die bürgerliche Gesellschaft aus.3

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Arbeitskreise (AG SPAK), ein „bundesweiter Zusam-
menschluss sozialpolitisch arbeitender Basisgruppen zum Zweck der Information, Koordination und Kooperation“, residiert in der Belfortstraße 8 in Haidhausen.

Am 26. September lädt die Rote Hilfe zum Herbstfest in die Olympiadorf-Mensa. Für die Verstei-
gerung haben einige Zeitgenossen originale Schriftstücke zur Verfügung gestellt, so Martin Walser, Heinrich Bölll, Wim Wenders, Ulf Miehe …

In den Wohngemeinschaften zeichnen sich mehrere Wege ab.4 Einige Engagierte versuchen eine Gruppe aufzubauen, die alle Münchner WGs zusammenführt, und zugleich eine Kontaktbörse für Menschen zu schaffen, die in einer Wohngemeinschaft leben wollen. Das Projekt scheitert am Ende des Jahres.5 Auch die Bilanz des Jahres ist nicht rosig.6

(zuletzt geändert am 24.4.2026)


1 Blatt. Stadtzeitung für München 53 vom 19. September 1975, 40.

2 Siehe
- https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=058, 8 f. und
- Fotos unter www.muenchen-punk.de/foto-archiv/438-milb.

3 Siehe https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=044, 4 f.

4 Siehe „Eine wahrscheinlich ziemlich nette …“.

5 Siehe „Wohngemeinschaftskooperation?“.

6 Siehe https://blatt-muenchen.de/showblatt?p=059, 4 ff.