Flusslandschaft 1950

KPD

Am 21. August ordnet die alliierte Hohe Kommission an, dass die Südbayrische Volkszeitung (KPD) wegen Verstoßes gegen das alliierte Gesetz Nr. 5 für die Dauer von neunzig Tagen nicht erscheinen darf.

Im September wird durch Erlass der Adenauerregierung der Zugang zum öffentlichen Dienst
für Mitglieder der KPD, der FDJ, der VVN und weiterer zehn Organisationen, darunter zwei rechtsextreme, verwehrt.

Nach dem Verbot des von der FDJ geplanten „Tag der 100.000 jungen Friedenskämpfer“ in Dortmund kommt es am 1. Oktober, dem letzten Wiesensonntag, nicht nur in München vor
der Bavaria zu Ersatzkundgebungen unter dem Motto „Tag der Friedenskämpfer“.1

„Dezember 1950: Dem Vorstand der Ortsverwaltung der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) wird erstmals berichtet, dass seitens der Verwaltung Bestrebungen im Gange seien, Beamte, die der KPD angehören, zu entlassen. Vom Ortsverwaltungsvorstand wird dieses Vorhaben strikt abge-
lehnt. Mitglieder der Vorstandschaft erinnern an ihr eigenes Schicksal aus dem Jahr 1933, als sie wegen ihrer politischen Gesinnung den Arbeitsplatz verloren.“2


1 Fotos: Stadtarchiv Standort ZB-Ereignisfotografie-Politik-Demonstrationen.

2 1948 — 1988. Deutsche Postgewerkschaft Ortsverband München, München 1988, 11.