Flusslandschaft 1987

Zensur

Am 6. Februar findet der Prozess gegen den Spion. Zeitung für München statt, in dem sich ein Artikel von Blockadeaktionen in Wackersdorf distanziert. Genau diese Distanzierung empfindet
die Staatsanwaltschaft als unehrlich.1

Am 2. Juli beschlagnahmt die Polizei in der Basis Buchhandlung fünf Exemplare des freiraum Nr. 15. Der Strafbefehl lautet über vierzig Tagessätze à 30 DM. Auch die Nr. 17 wird in der Basis, in der Adalbert 14 und im Tramplpfad beschlagnahmt.2

Tempo bringt in seiner November-Nummer Enthüllungen über die Geschäfte mit harten Video-Pornos. Die bayrischen Grossisten erklären Teile des Sexreports zur Pornographie, so dass das Blatt einen Monat lang in Bayern nur unter dem Ladentisch gehandelt wird. Ganz nebenbei ver-
schwindet damit auch ein in derselben Ausgabe gedruckter Bericht über die Verbindungen zwi-
schen dem Münchner Sender TV Weiß-Blau und Franz Georg Strauß, dem Sohn des bayrischen Ministerpräsidenten. Überschrift: „Strauß jr. – Alpen-Dallas im Bayernland.“

Siehe auch „Religion“ und „Das Deutsche Museum im Zangengriff“ von Ralf Schmitt.


1 Siehe „Spion-Prozess“.

2 Vgl. freiraum — Anarchistische Zeitung 18 vom Sommer 1987, 6.

Überraschung

Jahr: 1987
Bereich: Zensur

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