Flusslandschaft 1997

Gewerkschaften/Arbeitswelt

Am 4. April beginnt der Euro-Marsch „Gegen Erwerbslosigkeit, ungeschützte Beschäftigung und Ausgrenzung“, der am 14. Juni in Amsterdam mit einer Demonstration von 50.000 Menschen endet. Am 16./17. Juni einigen sich die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Staaten über den Vertrag von Amsterdam. Unter anderem wird das Schengener Abkommen in den Rechtsrahmen der EU integriert.

Bei der Kundgebung am Ersten Mai1 werden drei Kurden verhaftet.2 Die Euromarsch-Initiative hat eine 150 Meter lange Papier-Rolle mit Füßen und der Aufschrift „Euromarsch“ vom Marienplatz, auf dem die Kundgebung stattfindet zum Marienhof und seinem DGB-Familienfest verlegt. Es ist nicht einfach, in den folgenden Wochen Aktivitäten zum Euromarsch in München zu organisie-
ren.2

Zwei Demonstrationszüge mit insgesamt etwa 15.000 Menschen führen am 7. Juni anlässlich des Aktionstages des DGB „Generationen gemeinsam — Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ vom Wittelsbacher Platz und vom St. Jakobs-Platz zum Marienplatz. Hier ist vor etwa 20.000 Men-schen Klaus Wiesehügel, der Vorsitzende der IG BAU, der Hauptredner.

„Der steigende Kostendruck zwingt zur Entsorgung von Komfort-Altlasten. Für die Durchsetzung unpopulärer Maßnahmen empfiehlt sich ein ‚Mann fürs Gröbste’, der die Verantwortung trägt und auch in Kauf nimmt, von Betroffenen als ‚Charakterschwein’ bezeichnet zu werden: Erfahrener Lean-Manager, 46, mit robuster Einstellung zu einschlägigen Aufgaben, zäh und belastbar, sucht die neue Herausforderung als GF oder Vorstand. AS 1816016 an SZ“4


1 Siehe „erster mai“ von Cornelia Blomeyer.

2 Siehe „1. Mai in München: DGB billigt Polizeiprovokation gegen Kurden“ von Nick Brauns.

3 Siehe „8. Mai …“ von Christiaan Boissevain.

4 Süddeutsche Zeitung vom 8./9. November 1997, VI/48.