Flusslandschaft 2023

Bundeswehr



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„Karriere mit Zukunft“


Mit Waffenschauen und militärischen Schauspielen werden am „Tag der Bundeswehr“ vor allem Jugendliche rekrutiert, Hemmschwellen abgebaut und das Militärische zum Teil des Alltags ge-macht. Die DFG/VK und weitere Antikriegsgruppen rufen bundesweit zu Gegen-Aktionen auf, ins-besondere auch gegen das NATO-Luftwaffenmanöver „Air Defender 23“. Erklärtes Ziel von SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz ist es, Deutschland zur europäischen Führungsmacht aufzurüsten. Wir erleben das größte Aufrüstungsprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg, während im sozialen Be-reich und in Investitionen gegen die Klimaerwärmung gespart wird. Dagegen demonstriert unter dem Motto „Kein Werben fürs Sterben!“ am Samstag, 17. Juni, um 12 Uhr das Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus vor dem MIRA Einkaufszentrum, U2 Dülferstraße, Buslinien 60 und 141.2


Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will im Oktober, dass die Deutschen „kriegstüchtig“ werden. Da sei daran erinnert, dass Karl Kraus sich vor über hundert Jahren, im vierten Jahr des Ersten Weltkriegs, in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Die Fackel“ vom Mai 1918 (Nr. 474) gegen den Begriff der „Kriegsmüdigkeit“ wandte: „Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein, das heißt müde seindes Mordes, müde des Raubes, müde der Lüge, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmut-
zes, müde des Chaos. War man je zu all dem frisch und munter? So wäre Kriegsmüdigkeit wahrlich ein Zustand, der keine Rettung verdient. Kriegsmüde hat man immer zu sein, das heißt, nicht nachdem, sondern ehe man den Krieg begonnen hat. Aus Kriegsmüdigkeit werde der Krieg nicht beendet, sondern unterlassen. Staaten, die im vierten Jahr der Kriegführung kriegsmüde sind, haben nichts besseres verdient als – durchhalten!“

Da trennt der deutsche Bürger ordentlich den Müll, da kauft die Bürgerin nachhaltig hergestellte Pullis für die Kids, da isst der Öko naturbelassenes Obst, die Gärtnerin verwendet umweltbewußt Regenwasser und an vielen Briefkästen steht: KEINE WERBUNG! Das macht ein bißchen Hoff-
nung, aber dann: Der Anstieg der globalen Rüstungsausgaben zwischen 1995 und 2023 hat einen Anteil von 27 Prozent (!) an der Änderung der sogenannten globalen CO2-Emissionsintensität. Keine Sorge! Ingenieure arbeiten schon heute an der schadstoffreien naturverträglichen Kompos-
tierung abgeschossener Mittelstreckenraketen. Panzerhaubitzen werden demnächst das Öko-Siegel tragen. Ja, die Bundeswehr wird endlich grün.


1 An der Kreuzung Schmalkaldenerstraßetraße/Knorrstraße am 26. Februar 2024, Fotos: Franz Gans

2 Siehe https://akmmuc.noblogs.org/startseite/.

Überraschung

Jahr: 2023
Bereich: Bundeswehr