Materialien 1983

Erklärung

Wir, die Unterzeichneten, erklären hiermit, dass wir uns in unserer Menschenwürde verletzt fühlen, weil die HERRSCHENDEN – von den Spitzen der Regierungen in Bund und Ländern bis hin zu deren Hofberichterstattern in Funk und Presse – andauernd davon sprechen, dass sie sich nicht DEM DRUCK DER STRASSE beugen werden. Vor den Wahlen sprechen sie uns als „liebe Mitbürger“ an, dann aber machen sie aus dem Artikel 21 des Grundgesetzes („die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit“) ein Parteienmonopol und nennen uns „DIE STRASSE“, wenn wir um unsere GRUNDRECHTE und um UNSER RECHT AUF LEBEN UND UNVERSEHERTHEIT kämpfen und von dem im Grundgesetz garantierten Recht auf öffentliche Willensäußerung Gebrauch machen.

Obwohl wir, jeder für sich, einen festen Wohnsitz haben, akzeptieren wir wohl oder übel den als Pauschalbeleidigung gedachten Ausdruck „DIE STRASSE“ als EHRENTITEL.

Da die gewählten Parlamente den Volkswillen grob missachten, repräsentieren sie uns ja nicht mehr! WIR REPRÄSENTIEREN UNS SELBST, JEDER FÜR SICH!

Wir erklären, dass wir uns an dem Falschspiel mit den von den Herrschenden ausgesuchten und aufgestellten Kandidaten nicht beteiligen können und dass wir daher uns AN WAHLEN ÜBERHAUPT NICHT BETEILIGEN WERDEN!

Für die Initiatoren und verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes:

Hans Popper, Drygalski-Allee 123/II, 8OOO München 71.


Freiraum. Zeitung der anarchistischen Föderation Südbayern 0-Nummer vom Januar 1984, 8.