Flusslandschaft 1966

CSU

„Er ist nicht jedermanns Freund und will es nicht sein. Er ist so eigenartig, so derb, aber auch so sensibel wie sein geliebtes Bayern. Der bayerische Löwe – mit allen Vor- und Nachteilen – heißt Strauß.“1

Seit 1. Dezember regiert in der Bundesrepublik eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Unter Bundeskanzler Kiesinger sitzen in der Ministerrunde auch der von konservativer Seite und nicht zuletzt von Franz Josef Strauß seit Jahren diffamierte Willy Brandt und Strauß selbst. Kiesinger war von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP. Franz Josef Strauß hat in der „Spiegel-Affäre“ das Par-
lament belogen. In der Öffentlichkeit heißt es: „Schauts her, als Nazi kannst Kanzler werden und als Minister kannst das Parlament belügen und trotzdem wieder Minister werden.“

„Die CSU übernimmt am 5. Dezember nach ihrem Sieg bei den Landtagswahlen die Alleinregie-
rung in Bayern, die sie auch noch vierzig Jahre später innehat; die Wahlen des Jahres 1966 sind auch noch unter einem anderen Aspekt bemerkenswert: die NPD zieht mit 15 Abgeordneten (7,4 Prozent der Stimmen) für eine Periode in die bayerische Volksvertretung ein; mit 12,2 Prozent erhielt diese rechtsradikale Partei in Mittelfranken besonders hohen Zuspruch; vor allem die dort konzentrierten ‘Vertriebenen’, deren traditioneller ‘Gesamtdeutscher Block’ im Niedergang begrif-
fen ist, finden vorübergehend in der NPD, später in der CSU eine neue politische Heimat.“2


1 Bild-Zeitung vom 15. November 1966.

2 Robert Schlickewitz, Sinti, Roma und Bayern. Kleine Chronik Bayerns und seiner „Zigeuner“, 2008, www.sintiromabayern.de/chronik.pdf, 133.

Überraschung

Jahr: 1966
Bereich: CSU

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