Flusslandschaft 1966

Kunst/Kultur

BILDENDE KÜNSTE

Richard Hiepe gründet einen Grafikkreis, in dem jede Frau und jeder Mann ab Januar 1966 handsignierte Grafiken für wenige Mark erwerben kann.1

Im Herbst 1965 lud Guido Zingerl Kolleginnen und Kollegen ein, Grafiken und Plastiken für eine Ausstellung bereitzustellen, die gegen den Vietnamkrieg Stellung nehmen. Viele beteiligen sich, Ende März 1966 wird die Ausstellung in der Neuen Münchner Galerie eröffnet.2

FILM

Die Vorbereitung des ersten bundesdeutschen Filmförderungsgesetzes durch den Deutschen Bun-
destag zeigte, dass die neue Generation von Regisseuren und Produzenten zwar gehört wurden, aber als Institution nicht anerkannt waren und auch wirtschaftlich keinen Vertretungsanspruch hatten. Das führt am 24. Oktober 1966 zur Gründung eines zweiten Produzentenverbandes, der „Arbeitsgemeinschaft neuer deutscher Spielfilmproduzenten e.V.“ in München. Die zehn Grün-
dungsmitglieder sind Horst Manfred Adloff, Boris Borresholm, Roger Fritz, Peter Genée, Rob Houwer, Walter Krüttner, Hans-Jürgen Pohland, Christian Rischert, Peter Schamoni und Haro Senft. Sechs davon waren Mitunterzeichner des „Oberhausener Manifests“. Es beginnt die Blüte-
zeit des deutschen „Autorenfilms“. Seit den 70er Jahren wirkt die „Arbeitsgemeinschaft“ der führende Produzentenverband mit über fünfzig Mitgliedern.

MUSIK

Am 10. November singen Degenhardt, Moßmann, Süverkrüpp und andere Protestsongs im Zirkus Krone an der Marsstraße 43.3

KABARETT

Als eines der schärfsten politischen Kabaretts gilt das Rationaltheater in der Hohenzollernstraße 74 in Schwabing.4 Siehe auch „Zensur“.


1 Vgl. tendenzen. Zeitschrift für engagierte Kunst 36 1965/66, 310.

2 Vgl. tendenzen. Zeitschrift für engagierte Kunst 40 vom September/Oktober 1966, 151 ff.

3 Siehe „10. november“.

4 Siehe „Hilfe! – Opposition!“ von August Kühn.

Überraschung

Jahr: 1966
Bereich: Kunst/Kultur

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