Flusslandschaft 1995

Tierschutz

Ostersamstag, 15. April: Die Autonome Aktionsgruppe Chicken Mc Happy kippt in der McDo-
nalds
-Filiale im Tal Schnellzement in die Toiletten. Schließlich drehe die Burger-Kette Tag für Tag 500 Rinder durch den Fleischwolf.

Freitag, 19. Mai: »Die Jagd soll im Museum verschwinden – „Ich bin nichts, ich kann nichts, ich hab’ einen Jagdschein“, „Im Wald bin ich der größte Stecher“ oder „Der Jäger liebt die Natur und der Vergewaltiger sein Opfer“. Mit solch heftigen Sprüchen waren die Plakate und Spruchbänder beschrieben, die Tierschützer am Marienplatz in die Höhe hielten. Das Bündnis Bayerischer Tier-
rechtsorganisationen, dem zahlreiche Tierschutzgruppen angehören, hatte jetzt zur Protestaktion „Jagd und Jäger ins Museum!“ aufgerufen und schnell einen dichten Kreis an aufmerksamen (teils betretenen) Zuhörern um sich geschart. Nach Angaben der Tierrechtler – die sich zum Teil als Füchse mit blutigen Pfoten, Jäger und Steinzeitmenschen verkleidet hatten – fallen jedes Jahr allein in Bayern rund 485.000 Wildtiere der Jagdlust zum Opfer; jährlich werden rund 35.000 Hunde und 300.000 Katzen bundesweit von Jägern getötet. Redner forderten, „endlich mit dem Mythos des Jägers als Tier- und Naturschützer Schluß zu machen“. Dieses sei Heuchelei: „Jagd ist Lust am Töten.“ Im Anschluß an die Veranstaltung auf dem Marienplatz formierten sich die Tier-
schützer zu einem Demonstrationszug, der beim Jagdmuseum endete. Bar«1

Zwei Mitglieder von animal peace ketten sich nackt neben dem Kachelkäfig von Gorilla Porgy im Tierpark Hellabrunn an der Tierparkstraße 30 an. Sie protestieren gegen dessen inzwischen schon zwölf Jahre andauernden Freiheitsberaubung.

Samstag, 7. Oktober: Die Tierversuchsgegner Animal 2000 protestieren gegen Tiertransporte. Die Abschlußkundgebung findet um 11 Uhr auf dem Stachus statt.

(zuletzt geändert am 17.8.2025)


1 Süddeutsche Zeitung 116 vom 20./21. Mai 1995, 35.

Überraschung

Jahr: 1995
Bereich: Tierschutz