Flusslandschaft 1948

Kommunismus

Nach der „Stuttgarter Rede“, die der US-Außenminister James Francis Byrnes 1946 gehalten hat, werden die Widersprüche zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion deutlich. Antikommu-
nistische Rhetorik wird wieder üblich. Am Horizont zeichnen sich die ersten Konturen der neuen Blockkonfrontation ab. Kommt es zu einem neuen Krieg? Kommt wieder eine „große Zeit“? Ursula Herking trägt in der Schaubude im Theater in der Reitmorstrasse im Lehel ein Chanson von Erich Kästner vor.1

Die Londoner Beschlüsse vom Februar legen eine Neuordnung des westdeutschen Besatzungsge-
biets fest. Die „Frankfurter Dokumente vom 1. Juli“ beauftragen die westlichen Ministerpräsiden-
ten eine Verfassung zu entwerfen.

Am 8. August findet eine Kundgebung für die Freiheit Berlins auf dem Münchner Königsplatz statt. Es sprechen „Ochsensepp“ Dr. Josef Müller (CSU), OB Wimmer, Regierender Bürgermeister Ernst Reuter von Berlin, Jakob Kaiser (Vorsitzender der CDU-Ost), Anton Donhauser (Bayernpartei), Karl Hubert Schwennicke (Berliner LPD), Pater Liebes vom Berliner Jugendring und Staatskom-
missar Philip Auerbach.2

Ab September wird in mehrmonatigen Beratungen auf Herrenchiemsee das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ entworfen. Am 8. Mai 1949 verabschiedet der Parlamentarische Rat in Bonn dieses Grundgesetz und besiegelt damit die Teilung Deutschlands.


1 Siehe „Die große Zeit“ von Erich Kästner.

2 Stadtarchiv, Fotosammlung, Zentralbestand Ereignisfotografie-Politik.