Flusslandschaft 1974

SPD

Bei der Landtagswahl verliert die Münchner SPD 7,3 Prozent der Stimmen und alle elf Landtagsmandate. Dies ermöglicht dem eher konservativen Flügel der Partei die endgültige Entmachtung des „linken“ Unterbezirksvorstandes. Die Gegensätze zwischen Oberbürgermeister und SPD-Fraktion im Stadtrat auf der einen und dem Unterbezirksvorstand auf der anderen Seite sind unüberbrückbar. Der UB-Vorstand resigniert: „Seit Sommer 1973 zeigte sich immer deutlicher, dass selbst die durch ausgiebige Basisdiskussion unterstützten Bemühungen des Vorstandes, den Willen der Partei wenigstens auf dem Kompromisswege zu vermitteln, zu nichts anderem als zu einer Verschärfung der Spannungen führten … Der Vorstand hat sich daher im wesentlichen darauf beschränkt, die Mehrheitsmeinung der Partei und Meinungsverschiedenheiten der Fraktion mit der Bitte um Würdigung mitzuteilen und seinerseits die Mehrheitsentscheidung der Fraktion zur Kenntnis zu nehmen.“1


1 Zitiert in: Arbeiterpolitik. Informationsbriefe der Gruppe Arbeiterpolitik 6 vom 22. Dezember 1974, 7; siehe „Die Maßnahmen der Parteiführung nach der Niederlage“.