Flusslandschaft 2023

Bäuerinnen und Bauern

Am 5. Juli legt die Europäische Kommission einen Freifahrtschein für Neue Gentechniken in der Landwirtschaft vor. Der Protest dagegen fordert: Keine Patente auf Natur – für Ernährungssou-
veränität und züchterische Vielfalt, Gegen eine Deregulierung neuer Gentechniken und für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. BAYERN BLEIBT GENTECHNIKFREI! Am 10. Juli stehen 100 Menschen vor dem Europäischen Patentamt (EPA) auf der öffentlichen Gehwegfläche vor dem Bob-van-Benthem-Platz, Erhardtstraße, Ecke Kohlstraße, denn es ist 5 vor 12 für ein gentechnik-freies Bayern und Europa. Sie fordern die bayrische Staatsregierung auf, diesen Angriff auf das Gemeingut zu stoppen und sich öffentlich zum gentechnikfreien Bayern zu bekennen und den Vorschlag der EU-Kommission abzulehnen.

Am 13. September 2023 hat das EPA ein Patent auf konventionell gezüchtete Brokkolisorten mit einem erhöhten Gehalt an gesundheitlich wertvollen Bitterstoffen (Glucosinulaten) für die Firma Seminis (Bayer/ Monsanto) erteilt (EP2708115). Die Pflanzen stammen aus einer Züchtung mit wildem Brokkoli, der einen hohen Gehalt an Bitterstoffen aufweist und auf Sizilien vorkommt. Das Ergebnis sind Brokkolisorten mit einem höheren Gehalt an bestimmten Bitterstoffen, was aber weder neu noch erfinderisch sind. Donnerstag, 5. Oktober: Demonstration „Keine Patente auf Saatgut“ um 12 Uhr auf dem Bob-van-Benthem-Platz 1 vor dem EPA. Vor Ort stellen Keine Patente auf Saatgut! zusammen mit Partnerorganisationen wie dem Bund Naturschutz (BN) und Arche Noah (Österreich) Skulpturen auf, die patentierte Tomaten, Brokkoli, Braugerste und Mais symbo-
lisieren. Diese Figuren machen ihren Protest durch das Schlagen auf Kochtöpfe laut hörbar.1

Die Bäuerinnen und Bauern aus dem Landkreis München protestieren am Freitag, 14. Dezember, vor den Büros der Parteizentralen der FDP, SPD und der GRÜNEN. „Die Abgeordneten dürfen der Abschaffung des Agrardiesels und der Einführung der Kfz-Steuer für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge keinesfalls zustimmen!“, macht Anton Stürzer, Keisobmann des Bayerischen Bauern-
verbandes
im Landkreis München deutlich. „Denn massive Kostensteigerungen für Landwirtinnen und Landwirte sowie höhere Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher wären die Folge. Kli-
ma- und umweltschädliche Billigimporte aus anderen Teilen der Welt drohen dann die regionale Ware zu verdrängen und die regionale Landwirtschaft zu zerstören. Dann ist zwar der Steuersäckel prall gefüllt, aber unsere Teller bleiben dann vielleicht irgendwann leer. Dazu kann und darf es nicht kommen!“


1 Siehe https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/patente-auf-leben/ und https://www.no-patents-on-seeds.org/de/patentfaelle/brokkoli.