Flusslandschaft 1979

Frieden/Abrüstung

Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann entstand 1970 die Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK). Ihr Ziel war, zur Verbreitung des Friedensgedankens beizutragen. In ihr waren der Bund, die Länder außer dem Saarland, die evang. und kath. Kirche, der Zentralrat der Juden, der Bundesverband der Arbeitgeberverbände, der DGB und die DAG vertreten. Am 30. März 1979 erklärt Ministerpräsident Franz Josef Strauß den Austritt Bayerns aus der DGFK.

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Da bist beim Staat, hast einen Eid geleistet, weißt, dass der Dienstherr sich um dich kümmert, wenns mal eng wird, und im Krankenhaus wirst als Privatpatient hofiert. Da hast eigentlich keinen Grund … 2

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Zum Antikriegstag versammeln sich am 1. September dreitausend Menschen im Zirkus Krone an der Marsstraße 43. Während Bernt Engelmann über Rüstung und Kriegstreiber spricht, entfalten sich auf der Empore zwei Transparente mit der Aufschrift „Stoppt Strauß“ und „Strauß – Gewerkschaftsfeind Nr. 1“. Ordner stürzen sich auf die Transparentträger, es kommt zu einem Gezerre, Geziehe und auch zu Schlägereien. Dass der DGB so massiv vorgeht, liegt, so vermuten einige kritische Zeitgenossen, daran, dass es ein stillschweigendes gentleman’s agreement gibt: Strauß droht nicht mehr damit, die Einheitsgewerkschaft zu spalten, der DGB stellt dafür Angriffe auf den respektablen Kanzlerkandidaten ein.

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Im November eröffnet das Zentrum für Entwicklung und Frieden (ZEF) sein Büro in der Pariserstraße 7 in Haidhausen.6

Aufrüstung: Am 12. Dezember kommt es zum so genannten NATO-Doppelbeschluss, der die Aufstellung neuer atomwaffenfähiger Raketen und Marschflugkörper in Westeuropa als „Nachrüstung“ erklärt. Das euphemistische Wort „Nachrüstung“ suggeriert, dass der Erzfeind einen Rüstungsvorsprung besitzt, der ausgeglichen werden müsse. Tatsächlich ist die Sowjetunion schon länger im Hintertreffen. Bundeskanzler Helmut Schmidt befürwortet, auch gegen Teile seiner Partei, den Beschluss, der zum einen eine Begrenzung der Atomwaffen auf sowjetischer und US-amerikanischer Seite und zum anderen die Stationierung sogenannter „Cruise Missiles“ im Falle des Nichterfolgs in Westeuropa vorsieht. Die Friedensbewegung mobilisiert gegen den NATO-Doppelbeschluss.

(zuletzt geändert am 4.10.2025)


1 Der scharfe Radi. Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei — DKP für Laim, Hadern, Blumenau, Waldfriedhof und das Westend vom Mai ’79, 8.

2 Siehe „Das Gespenst des Pazifismus“ von Hanns Christian Müller und Gerhard Polt.

3 Flugblattsammlung, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung

4 Politische Graphik gegen die Menschenwürde. Dokumentation zur Ausstellung 9. – 24. Sept. 1980 — Bonn, Konrad-Adenauer-Haus, Hg.: cdu-Bundesgeschäftsstelle, 64.

5 Flugblattsammlung, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung

6 Siehe „Friedenspolitik“.