Flusslandschaft 1984

Umwelt

19. Februar: „Mitglieder der Münchner Grünen kennzeichnen rund dreihundert der dreitausend vom Bau der A 99 betroffenen Bäume im Allacher Wald wieder mit weißen Kalkkreuzen. Schilder mit der Aufschrift ‚Ich muss sterben’ oder ‚Sie stehen hier auf der Autobahntrasse – dieser Baum muss dafür fallen’ werden entlang der Hauptwege an die Bäume geheftet. Die Grünen erklären zu ihrer Aktion, man habe ‚mit den Augen erfassbar machen wollen, mit welcher Gewalt die Straßen-
planer den letzten Lohwald weit und breit einer Betonpiste opfern wollen’. Als Alternative fordern die Grünen den Bau einer vierspurigen Stadtautobahn, die nördlich des Allacher Waldes das unbe-
baute MAN- und MTU-Südgelände durchquert, die beiden Allacher Bahnlinien unterquert und dann auf der geplanten A 99-Westspange bis zur Lindauer Autobahn führt.“1

Umweltorganisationen demonstrieren am 27. Juni vor dem Tagungsgebäude der Internationalen Umweltkonferenz.2

Eine „Robin-Wood-Aktion“ protestiert am 13. September gegen die Verschleppung von Genehmigungen für die Aufstellung von bleifreien Benzinzapfsäulen.3

Am 16. Oktober registriert ein von der Bundesregierung vorgelegter Bericht erhebliche Wald-
schäden. Am 10. November demonstrieren zwanzig- bis dreißigtausend Menschen gegen das Waldsterben.4

Siehe auch „Indien“ in „Internationales“.


1 Stadtchronik, Stadtarchiv München.

2 Vgl. Süddeutsche Zeitung 147/1984.

3 Vgl. Süddeutsche Zeitung 213/1984.

4 Vgl. Süddeutsche Zeitung 262/1984.

Überraschung

Jahr: 1984
Bereich: Umwelt