Flusslandschaft 1987
Umwelt
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„Professoren gegen A 99 – Die Aufnahme und Durchführung des Planfeststellungsverfahrens für ein weiteres Teilstück der A 99, dessen positiver Ausgang die Zerstörung des Allacher Forstes endgültig präjudizieren würde, hat verschiedene Professoren des Instituts für Systematische Botanik der Universität München veranlasst, in einem offenen Brief an alle an dem Verfahren beteiligten Behörden und Personen auf die nicht hinnehmbaren Folgen der Verwirklichung auch nur eines der geplanten Großprojekte, nämlich Autobahn A 99 und Rangierbahnhof Allacher Forst hinzuweisen. Die Stellungnahme ist erhältlich beim Institut für Systematische Botanik der Universität München, Menzinger Straße 67, München 19.“1
„22. April: Die für heute 9 Uhr angesagte Protestaktion von Robin Wood gegen das ‚Schienenmonster’ im Münchner Norden wurde kurzfristig abgesagt, da die Polizei die Robin Wood-Leute bereits erwartete.“2 – „22. Mai: Heute Abend versammeln sich Hunderte von Münchnern auf dem Marienplatz zu einer Kundgebung gegen den Allacher Rangierbahnhof. Aufgerufen dazu hatte der Bund Naturschutz, Bürgerinitiativen sowie die vier Stadtratsfraktionen CSU, SPD, FDP und Grüne. OB Kronawitter erklärt bei einer Ansprache, dass der Bau des Rangierbahnhofs gegen alle vernünftigen Erkenntnisse und Belange der Stadtentwicklung und des Umweltschutzes verstoße.“3 – „24. Mai: Versuche von Gegnern des Rangierbahnhofs im Allacher Forst, dort ein ‚Hüttendorf’ zu bauen, um den Forst zu ‚besetzen!’ werden von der Polizei bereits im Anfang verhindert.“4 — Jeden Sonntag finden demonstrative Spaziergänge auf dem Baugelände statt. Verschiedenste Gruppen beteiligen sich am Protest.5
Das Umweltinstitut München entstand nach der Katastrophe von Tschernobyl. Zunächst beschäftigte es sich mit Strahlenemissionen in der stadt und ihrem Umfeld. Jetzt erweitert es sein Spektrum, misst Nitrat im Wasser und sucht nach Innenraumschadstoffen wie Formaldehyd, PCP und Lindan, später auch Asbest und Mineralfasern.
„31. Oktober: Mitglieder der Interessengemeinschaft der Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel – PRO Bahn veranstalten auf dem Marienplatz eine Demonstration, indem sie in der Attrappe eines S-Bahn-Abteils die drangvolle Enge im Berufsverkehr demonstrieren. Viele Bürger würden der S-Bahn den Rücken kehren und mit den Autos die Straßen zusätzlich belasten, wenn die Umstellung des 20-Minuten-Takts auf 10 Minuten, zumindest für Stoßzeiten, weiter verzögert würde.“6 Manche Bewohnerinnen und Bewohner der äußeren Vorstädte und des Umlandes haben sich schon resigniert damit abgefunden, dass sie ohne Auto nur mit Mühe in die Innenstadt gelangen.7
Siehe auch „Militanz“.
1 Der Stadtbote. Politischer Rundbrief für München 13 vom 15. April 1987, 5.
2 Stadtchronik, Stadtarchiv München; Abendzeitung 93, 1, 11.
3 Stadtchronik, Stadtarchiv München; Münchner Merkur 118, 1, 2, 11, 24.
4 Stadtchronik, Stadtarchiv München; Süddeutsche Zeitung 119, 1, 11, 12.
5 Siehe „Zum Rangiermonster“.
6 Stadtchronik, Stadtarchiv München; Süddeutsche Zeitung 252, 1, 11.
7 Siehe „Die Sterne von Oberföhring“ von Rolf Schwendter.
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Umwelt. In: Protest in München seit 1945. Stand: 24. August 2020. URL: https://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/895 (abgerufen am TT.MM.JJJJ).