Flusslandschaft 1988

Graffiti

Nachdem der Verfasser dieser Zeilen einen Artikel in einer Münchner Gewerkschaftszeitung veröffentlichte, in dem er Verständnis für Graffitis äußert, protestiert eine Versammlung von Beschäftigten der Münchner Verkehrsbetriebe . Der Autor des inkriminierten Artikels soll bei den Münchner Verkehrsbetrieben Rede und Antwort stehen, was dieser auch gerne tut. Der leitende Beamte, der ihn in sein Büro führt und ihm vorwurfsvoll große besprayte Mauerstücke präsentiert, die sich auf seinem Schreibtisch türmen, erwartet vermutlich ein reumütiges Eingeständnis eigenen Fehlverhaltens. Der Autor aber stellt die These auf, dass der öffentliche Raum so lange besprayt und auch verschandelt wird, solange der öffentliche Raum dermaßen hässlich gestaltet ist und lediglich kommerziellen Interessen offen steht. Der Besuch ist für beide Seiten unbefriedigend.1 – Im Oktober organisiert die Euro-Graffiti-Union zusammen mit dem Kulturreferat eine „Bauzaun-Aktion“.


1 Siehe Gerstenbergs „Wände sprechen Bände“.