Flusslandschaft 1992

Frauen

Die von der Humanistischen Union (HU) angeregte Initiative „Frauen in bester Verfassung“ for-
dert, dass in einer neuen gesamtdeutschen Verfassung auch die Grundrechte für Frauen stärker abgesichert werden. Vierzig Frauengruppen beteiligen sich am 13. Februar am „Münchner Ver-
fassungsplenum“. Sie fordern die Konkretisierung des Gleichberechtigungsgebotes in Art. 3 Abs. 2 GG sowie die Änderung des Artikels 6 GG (Schutz von Ehe und Familie).

Marion Röser bringt sich am 21. Juli 1992 um, weil sie die sexuelle Gewalt, die ihr als Kind angetan wurde, nicht mehr erträgt.1

Mitglieder der Aktion Lebensqualität2 gehen häufig in öffentlich zugängliche Veranstaltungen und stellen kritische Fragen: „… Auch der klinische Theologe, der in Männergruppen den Therapeuten spielt, darf in der Black Box auftreten und über das Lieblingsthema aller Scharlatane reden: die Liebe. Der sympathische Bursche meint, er sei die bessere Frau. Weil Männer nun mal süchtig seien nach der Droge Frau, ist er die gekränkte Eitelkeit in Person, wenn Frauen protestieren … Auch einer Einladung ins Mittelalter folgen gut 120 Teilnehmer in die Black Box, die Mehrzahl davon Männer im Alter von 40 – 50 Jahren. Der luziferische Professor aus Regensburg hat zu seiner Erholung von der wissenschaftlichen Arbeit ein Buch für das gewöhnliche Volk geschrieben. Er tritt als patriarchalischer Märchenerzähler auf, der schöne und gruselige Geschichten von den Ritterfrauen zu erzählen weiß, aber eine mittelalterliche Pogromstimmung entstehen lässt, wenn Frauen aus dem Publikum kritische Fragen stellen.“3

Siehe auch „Gewerkschaften/Arbeitswelt“, „Maria Mandlinger“ und „Weltwirtschaftsgipfel“.


1 Siehe „Die Toten stellen uns Aufgaben“ von Annette.

2 Siehe „Der Kaiser ist ja nackt!“.

3 Kritik ist unerwünscht: 20 Beispiele für die Gegenaufklärung In: der zeitgenosse 3. Kulturprogramm der Aktion Lebensqualität 1992, Flugblattsammlung, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung.

Überraschung

Jahr: 1992
Bereich: Frauen

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