Flusslandschaft 1957

Kommunismus

Am 29. März verbietet die Polizei den 4. Bundeskongress des Demokratischen Kulturbundes Deutschlands (DKBD), der am 30./31. März stattfinden soll.

16. Mai: „Auf der Handwerksmesse ist es zu einem Zwischenfall mit den Ausstellern aus der Deutschen Demokratischen Republik gekommen … Die Messeleitung ließ nämlich ein auf der Gemeinschaftsschau der ostzonalen Aussteller angebrachtes Plakat ‚Das Handwerk der DDR grüßt die Besucher der 9. Deutschen Handwerksmesse’ entfernen. Der Schritt wurde damit begründet, es sei mit den Handwerkskammern der Ostzone … vereinbart worden, die Buchstaben ‚DDR’ nicht mit in die Beschriftung des Plakates aufzunehmen. Die mitteldeutschen Aussteller haben inzwischen gegen die Maßnahme … protestiert.“1

Die Stadt ehrt Lion Feuchtwanger, den Autor des Erfolg . Dagegen kommt es bereits zu Protesten. Als Feuchtwanger dann, wie es in der Münchner Presse2 kolportiert wird, der Führung der Sowjetunion zum vierzigsten Jahrestag der Oktoberrevolution gratuliert, werden die Proteste noch lauter.3 Tatsächlich hat Feuchtwanger der Literaturnaja Gaseta zu ihrem vierzigjährigen Bestehen gratuliert und telegraphiert: „Verständigung mit Sowjetunion der einzige Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands. Bin froh um jede Gelegenheit, dazu beitragen zu können.“4


1 Stadtchronik, Stadtarchiv München.

2 Vgl. u.a. Abendzeitung 265 vom 5. November 1957.

3 Siehe „Das rote Dichter-Telegramm“.

4 Blatt. Stadtzeitung für München 149 vom 29. Juni 1979, 7.