Flusslandschaft 1977

Umwelt

Anfang des Jahres weist die Humanistische Union auf „Gift in Lebensmitteln“ hin.1

Die Bundesbahn plant für den Münchner Norden einen riesigen Rangierbahnhof, der vor allem den Anwohnern Verdruss zu bereiten droht.2

Gemeinsam mit Bewohnern von Erding und Freising nehmen etwa fünfhundert Münchnerinnen und Münchner am Ostersonntag, den 10. April, an einem „Osterspaziergang gegen den geplanten Großflughafen München II und die damit verbundene Landschaftszerstörung im Erdinger Moos“ teil. Sie lassen Luftballons fliegen, an denen Protestflugblätter befestigt sind.

Um die Biologin und Fotografin Sylvia Hamberger und den Atomkraftgegner Wolfgang Zängl bildet sich ein Kreis gleichgesinnter Natur- und Sozialwissenschaftler, die die Gesellschaft für ökologische Forschung e.V. gründen. Zängl: „Wir waren unzufrieden, dass das Thema Umwelt keinen Boden und keine Aufmerksamkeit hatte. Die Möglichkeiten, im eigenen Fach kritisch zu arbeiten, waren äußerst gering. Die verschiedenen Themen sind nur in der Vereinzelung vorgekommen. Dann haben wir mit anderen 1980 den Rabenverlag ins Leben gerufen, der die Thematik der Umwelt, die in keinem anderen Verlag aufgelegt wurde, gründlich und kritisch behandeln sollte. Die Mitarbeiter des Vereins waren teilweise noch an der Uni, es war ein gleitender Übergang von jenem Wissenschaftsbereich in die neue Aufgabenstellung.“3 Zängls Vater betreibt eine mittelständische Fabrik in der Frohschammerstraße 14 in Milbertshofen. Nachdem Wolfgang Zängl die Vulkanisierwerke geerbt hat, gestaltet er das Firmengelände in einen ökologisch organisierten „Kulturpark“ um. Immer mehr Initiativen finden hier ihre Bleibe. Mitte der neunziger Jahre sind es rund ein Dutzend Umweltinitiativen.


1 Siehe „Gift in Lebensmitteln“ von Bertold Rehm und Andreas Vollmer.

2 Siehe „Der Sperriegel“ von Rolf Henkel.

3 Mütter Courage. Zeitung der Mütter gegen Atomkraft 3 vom Juli 1995, 15.

Überraschung

Jahr: 1977
Bereich: Umwelt

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