Flusslandschaft 1982

Rechtsextremismus

Am 14. März hält die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU) im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz eine Veranstaltung ab. Es kommt zu antifaschistischen Protesten.1

Welche Haltung man zu Franz Schönhuber haben soll, dazu sind die Meinungen in der CSU geteilt. Angriffe aus rechtskonservativen Medien häufen sich: „Franz Schönhuber (59), populärer bayrischer Fernsehjournalist (‚Jetzt red i’), hat gegen seine fristlose Kündigung durch den Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Reinhold Vöth (52), Klage beim Arbeitsgericht erhoben. Vöth beugte sich – mit fadenscheiniger Begründung – der monatelangen Kampagne gegen Schönhuber und dessen Buch ‚Ich war dabei’ über seine Soldatenzeit bei der Waffen-SS (‚Deutschland-Magazin’ 12/81 und 4/82). Dr. Paul Pucher (49), Chefredakteur des ‚Münchner Merkur’, kommentierte den Rausschmiss: ‚Das stinkt zum Himmel.’ Allerdings – und zwar umso mehr, als sich die CSU, die Schönhuber immerhin zu ihren Freunden zählen durfte, zu dem Gewaltstreich ‚ihres’ Intendanten in peinliches Schweigen hüllt. Man darf wohl fragen, warum.“2

An Münchner Schulen häufen sich Schmierereien von Rechtsextremisten. Christian Lehsten greift zu Farbe und Pinsel.3 Schüler dringen am 8. Juli in das Stadtschulreferat ein und fordern die Beseitigung von Nazischmierereien.4

Prof. Dr. Theodor Schmidt-Kaler, Professor und Direktor des Astronomischen Instituts in Bochum, ist neben dem Münchner Professor Helmut Schröcke einer der Initiatoren und Unterzeichner des „Heidelberger Manifestes“ vom 17. Juni 1981, in dem unter anderem „für ein Ende der Masseneinwanderung und für die Anhebung der deutschen Geburtenziffern“ plädiert wird. Das Manifest warnt vor der „Unterwanderung des deutschen Volkes“ und der „Überfremdung“ der deutschen Sprache, der Kultur und des „Volkstums“. Es handelt sich hier um die erste große, sich wissenschaftlich gerierende Legitimation für Rassismus und Xenophobie seit 1945. Am 8. Juli ohrfeigt ein weiblicher Studiogast Schmidt-Kaler in der von Rudolf Mühlfenzl moderierten ARD-Sendung „Schlag auf Schlag“.

Siehe auch „AusländerInnen“.


1 Siehe Bilder vom „14. märz“; vgl. Süddeutsche Zeitung 61/1982.

2 Deutschland-Magazin 8 vom 1. Juni 1982, 46; siehe „Empörend und deprimierend“ von Hermann Glaser und „Josef Goebbels lässt grüßen“.

3 Siehe „Im Endeffekt wurscht“.

4 Vgl. Süddeutsche Zeitung 154/1982.