Flusslandschaft 1996

Umwelt

Was im Jahr 2009 selbstverständlich erscheint, musste mühsam mit vielen Rückschlägen erkämpft werden. Am 24. April erklärt das Münchner Verwaltungsgericht die seit beinahe fünfzehn Jahren angestrebte Parklizensierung in der Au und Haidhausen für ungültig.1

„Kein Patent auf Leben!“ Auch in diesem Jahr erhebt die Kampagne Einsprüche gegen Patente. Im Mai findet im Europäischen Patentamt eine öffentliche Verhandlung über die Patentierung von Pflanzensorten statt. Proteste finden in den Medien bundesweite Beachtung.

Autogeher Michael Hartmann veranstaltet am 1. Juni ein Car- und Streetwalkseminar in Wien, am 16. Juni in München. „Das Seminar war ein voller Erfolg, doch auch hier – wie so oft in München – keine Presse! David … faxte selbstverständlich alle Ereignisse an über 30 Pressestellen in München, aber anscheinend wird hier noch viel mehr zensiert als in anderen Städten. Schade …“2 Am 29. Juni wird Hartmann von einem Auto angefahren. Er erholt sich wieder und reist Ende Oktober zu Seminaren nach Lübeck, Kiel, Eckernförde und Flensburg, wo er erneut verhaftet wird; am 14. November hält er ein Seminar in Zürich ab.

Am 23. Juni kommt es zum Bürgerentscheid über den kreuzungsfreien Ausbau des Mittleren Rings, der rund zwei Milliarden Mark kosten soll. Der Streit wogt hin und her. Zwei Positionen stehen sich gegenüber: Die von Schwarz-Gelb favorisierte „Drei Tunnels braucht der Mittlere Ring“ und die von Rot-Grün favorisierte „Das bessere Bürgerbegehren“. Am Ende sprechen sich bei einer Beteiligung von 32 Prozent 50,6 Prozent für die Tunnellösung aus.3


1 Siehe „Parklizenz Haidhausen – Chronik“.

2 Michael Hartmann, Der Autogeher. AutoBiographie eines AutoGegners. März 1988 bis Juli 1997, München 1997, 153.

3 Vgl. Süddeutsche Zeitung vom 25. Juni 1996; siehe „Der Blick in die Röhre“, „Dem Auto verfallen“ von Andreas Bohl und „Kein Licht am Ende des Tunnels“.