Flusslandschaft 2013

Militanz

2014 soll mit dem Bau eines neuen Justizzentrums am Leonrodplatz begonnen werden. Da tau-
chen im Januar 2013 Flugblätter in der Leonrodstraße und am Rotkreuzplatz in Neuhausen auf, die dieses Vorhaben gar nicht gut finden. Der Widerstand dagegen soll massiv werden; genaueres führen die Flugblätter nicht aus.1

Am 9. April wird eine 67jährige kranke Frau in Berlin zwangsgeräumt. Zwei Tage später stirbt
sie. Die wütenden Proteste gegen Zwangsräumungen in der Hauptstadt werden auch in München wahrgenommen. In der Nacht zum 12. April wird der Eingangsbereich des Amtes für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße 6 – 8 mit einem Steinhagel zerstört.

Am 29. April kontrolliert die Polizei sieben Jugendliche in Neuperlach. Diese beleidigen die Beamten und greifen sie an. Ihre anschließende Flucht misslingt; sie werden festgenommen.

Am 12. Mai begehen etwa hundert Leute einen antimilitaristischen Spaziergang. Zwei Rüstungs-
betriebe werden mit gesprühten Parolen, geklebten Plakaten, Aufklebern und Absperrband ver-
sehen, der Eingang zum Kameradenkreis der Gebirgsjäger e.V. in der Schwanthalerstraße 79 stinkt nach dem Besuch nach Buttersäure.

Immer häufiger erscheinen Flugblätter ohne das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Impressum. Entweder ist dies den Herstellern einfach nur vollkommen egal oder sie befürchten bei Bekannt-
werden ihrer Namen Repressionen.2

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, vom 25. auf den 26. Juli, brennt in der Hugo-Wolf-Straße in der Siedlung Am Hart ein Firmenwagen der Telekom. Rundherum sind Plakate geklebt mit dem Inhalt: „Die Deutsche Telekom AG … überwacht Angestellte, schüchtert GewerkschafterInnen ein, ist in der Rüstungsindustrie tätig, bereichert sich an Strafgefangenen, leistet der Polizei Amtshilfe bei der Bespitzelung und Ausforschung sozialer Bewegungen, profitiert von der Krise in Griechen-
land … IST ANGREIFBAR! MILItANZ connecting people“ Weitere Parolen: „Eine Welt ohne Grenzen und Knaste!“ „Kein Geld – geh plündern!“ „Staat bekämpfen!“

In der Silvesternacht knallts, fliegen Raketen, strömt der Sekt; die Münchner Aborigines feiern eines ihrer archaischen Rituale. Eine kleine Gruppe nutzt die Gelegenheit, ihrer Abneigung gegen Knäste Ausdruck zu verleihen.3


1 Siehe „Down by law“, „Strafen und bestraft werden“ sowie www.justizzentrumverhindern.noblogs.org.

2 Siehe „Gegen den Staat und seine Kriege!“.

3 Siehe „Feuer den Knästen!“.

Überraschung

Jahr: 2013
Bereich: Militanz