Flusslandschaft 1983

AusländerInnen

Herrschende stabilisieren ihre Position, indem sie die Beherrschten nach dem alten, seit den seligen Römern gebräuchlichen Motto „divide et impera“ gegeneinander ausspielen. Besonders bieten sich einheimische und ausländische Lohnabhängige dazu an.1

Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter haben sich gefälligst als »Gäste« aufzuführen. Dazu gehört, dass sie nicht Wohnraum über Gebühr beanspruchen.2

Das bayrische Innenministerium bestätigt in einer Antwort auf einen offenen Brief von 355 Ge-
werkschaftern, Ärzten, Rechtsanwälten, Abgeordneten und Schriftstellern an Bundeskanzler Kohl, daß die Ausweisung des seit 22 Jahren in der Bundesrepublik lebenden Ägypters Maghdi Gohary als „gefährlicher Ausländer in Bayern“ beschlossene Sache ist. Als neue „Begründung“ gibt das Innenministerium u.a. „die agitatorischen Betätigungen für die DKP“ an. Gohary sei in der Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung tätig, wo auch die DKP mitarbeite.3

„Nach jahrelangen Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit und wütenden Protesten von An-
wohnern kann das neue ‚Landfahrer’-Lager an der Ludwigsfelder Straße in München eröffnet werden; nichtsesshafte Sinti und Roma haben damit eine behördlich genehmigte Anlaufstelle; erstmals war in die vorausgegangenen Planungen auch ein Sprecher der Betroffenen, der Sinto Franz Wirbel, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Sinti und Roma, miteinbezogen worden.“4

Der Türkische Arbeiterverein (FIDEF) befindet sich in der St.-Martin-Straße 7, 8000 München 90.


1 Siehe „Klaut Ali unsere Arbeitsplätze“ und „Ausländer-Rock“.

2 Siehe https://igel-muc.de/images/news/20251114.wohnung.unverletzlich.auslaenderzentrum.1983.jpg.

3 Siehe „Dorn im Auge der Staatsschützer“.

4 Robert Schlickewitz, Sinti, Roma und Bayern. Kleine Chronik Bayerns und seiner „Zigeuner“, 2008, http://sintiromabayern.de/chronik.pdf, 149.