Flusslandschaft 1988

Rechtsextremismus

Rolf Eckart meint, dass der Verfassungsschutzbericht für 1986 die Gefahr von rechts verharmlost.1

„14. Mai: Um zu verhindern, dass der mehrfach vorbestrafte Rechtsextremist Michael Kühnen bei der Versammlung einer neonazistischen Gruppe in einer Gaststätte in Siegertsbrunn verfassungs-
widrige Propaganda betreiben kann, nimmt die Polizei den 32jährigen in Unterbringungsgewahr-
sam. Von seinen Anhängern, die am Abend gegen diese Maßnahme vor dem Polizeipräsidium demonstrieren und sich anschließend im Festzelt der Giesinger Festwoche durch neonazistisches Gebaren hervortun, werden 27 vorübergehend in Gewahrsam, ein 18jähriger aus Österreich in Haft genommen.“2

Anfang Oktober eröffnen die Republikaner den Europawahlkampf. Franz Schönhuber begeistert die Massen.3 Kritische Zeitgenossen merken an, dass sich die Rechte schamlos der Begriffe be-
dient, die ursprünglich fortschrittlich konnotiert waren.4


1 Siehe „Neun Thesen zur Gefahr von rechts“ von Rolf Eckart.

2 Stadtchronik, Stadtarchiv München; Süddeutsche Zeitung 112, 1, 24.

3 Siehe „Der ideelle Gesamtpopulist“ von Norbert Seitz.

4 Siehe „Semantische Raubzüge“ von Carl-Wilhelm Macke.

Überraschung

Jahr: 1988
Bereich: Rechtsextremismus

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