Flusslandschaft 1995

Alternative Szene

In der Thalkirchnerstraße 104 im II. Aufgang (Schlachthofviertel) entsteht ein neues Zentrum für die autonome und alternative Szene.1

In der alternativen Szene kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Zwei Männer aus der Szene haben Grenzen überschritten und werden nun als Vergewaltiger öffentlich genannt. Das „Info- und Aktionstelefon gegen Rassismus“ sowie das „FrauenLesben-Plenum“ erwarten von der Szene die Isolierung der beiden. Einer der beiden Männer begeht Suizid.2

28. Februar: Eröffnung der Ausstellung zur Geschichte des Trikont Verlages.

Flugblätter kursieren, die „Chaostage“ ankündigen; ausgerechnet zur Wiesnzeit droht eine Punkerinvasion. Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl (CSU) erlässt für München als „Allgemeinverfügung“ ein „Betretungsverbot für auswärtige Personen, die der Punkszene zuzurechnen sind“.3 Das von einer „punkverdächtig“ aussehenden jungen Frau angerufene Verwaltungsgericht bezeichnet die Maßnahme Anfang 1997 als rechtswidrig.


1 Siehe „Delikatessen. Neues aus der Metzgersgarderobe“ ; vgl. Stadtratte 22 vom Juni/Juli 1994, 13 f.

2 Siehe „Stellungnahme einiger Leute aus dem Info- und Aktionstelefon gegen Rassismus“, „FrauenLesben-Plenum: Offener Brief“, Café Schädel: „Offene Antwort auf den offenen Brief“ und „An das Frauen- und Lesbenplenum“.

3 Siehe „Der sechste Hieb“ von Axel Kotonski.