Flusslandschaft 1998

Rechtsextremismus

Im Mai durchsucht die Polizei Wohnungen von Mitgliedern der Autonomen Antifa (M) in mehreren bundesdeutschen Städten, auch in München.1

Landtagswahlen stehen an: Die Republikaner verwenden im Wahlkampf dieselbe Parole wie die CSU: „Deutschland bzw. Bayern ist kein Einwanderungsland.“

Vierundzwanzig Skinheads greifen am 3. Oktober einen einundzwanzigjährigen US-Soldaten in einem Regionalzug in Bayern an und mißhandeln ihn. Die Täter werden auf dem Münchner Hauptbahnhof von etwa vierzig Polizeibeamten festgenommen.

In seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche spricht Martin Walser am 11. Oktober von „Auschwitz als Moralkeule“, für viele Mitmenschen eine Äußerung, die rechtsextreme Einstellungen begründet und legitimiert. Siehe auch „Gedenken“.

„Etwa 100 rechtsextreme Gewalttaten wurden im Jahr 1998 im Münchner Raum begangen. Die Stadtratsfraktion der Grünen stellt diese Bilanz am 6. April 1999 gemeinsam mit A.I.D.A. e.V. der Presse vor. Die Zahlen bedeuten eine Verdoppelung der Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr. Das bayerische Innenministerium dagegen präsentiert andere Zahlen: 970 Straftaten, also 39 weniger als im Vorjahr.“2

Siehe auch „CSU“.


1 Vgl. Münchner Lokalberichte 19/11 vom 22. Mai 1998, 4 f.

2 www.aida-archiv.de.

Überraschung

Jahr: 1998
Bereich: Rechtsextremismus

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