Flusslandschaft 1986

Rechtsextremismus

Im Januar findet eine Veranstaltung der „Grauen Wölfe“, der türkischen Faschisten, statt. Antifa-
schistische Türken planen eine Demonstration und verteilen aus diesem Anlass bei BMW Flug-
blätter. Dabei kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, ein Faschist wird niedergestochen, mehrere Antifaschisten werden festgenommen. Birol Akim wird zu acht Jahren wegen versuchten Totschlags, Yüksel Sahin wegen Beihilfe zu vier Jahren verurteilt.1

Mitte Februar schließen sich Aktive aus eher marxistisch orientierten Kreisen mit Autonomen zu einem antifaschistischen Bündnis zusammen.2

Der Historiker Ernst Nolte löst mit seiner These, der Rassenmord der Nationalsozialisten sei eine Reaktion auf das „ursprünglichere“ Verbrechen, nämlich auf den bolschewistischen Klassenmord, den „Historikerstreit“ um die Einzigartigkeit des nationalsozialistischen Mordes an Millionen von Jüdinnen und Juden aus. Noltes Thesen dienen in den folgenden Jahren zur Relativierung deut-
scher Verantwortung, die ja dem nationalen Selbstbewußtsein immer wieder im Wege steht.

„Die Hauptkundgebung des republikanischen Landtagswahlkampfes findet am Mittwoch, dem 8. Oktober, ab 18 Uhr, im Münchner Schwabingerbräu (Leopoldstraße) statt. Auswärtige Gäste wer-
den gebeten, mit plakatgeschmückten Fahrzeugen anzureisen. Hauptredner: Franz Schönhuber und Harald Neubauer. Es spielt die Hitzhofener Blasmusik. Da über 2.000 Besucher erwartet wer-
den, empfiehlt sich rechtzeitiges Eintreffen.“3


1 Vgl. informationsdienst münchen 4 vom Januar 1986, 16 ff.

2 Siehe „antifaschistischer arbeitskreis“.

3 Der Republikaner 9/1986, 3.

Überraschung

Jahr: 1986
Bereich: Rechtsextremismus